Unsere Rotweine

Unterkategorien

  • Merlot

    Die Abstammung dieser Rebsorte ist unbekannt, sie wird jedoch seit Jahrhunderten in Frankreich angebaut. Ob aufgrund ihrer Vorliebe für die Beeren oder ihres dunklen Gefieders: Die Amsel, auf Französisch «merle», gab den dunklen Trauben mit dem blauen Schimmer ihren Namen. Den Merlot-Wein zeichnen Fruchtigkeit, viel Körper und ein auffallender Beerenduft aus. Aufgrund des niedrigen Tanningehalts und der dezenten Säurestruktur schmeichelt er dem Gaumen. Merlot ist eine der weltweit beliebtesten roten Rebsorten. Wunderbar begleitet sein üppiges Fruchtarmona den Verzehr kräftiger Speisen wie Wildgerichte mit würzigen Sossen, Schmorbraten und Geflügel. Ebenso perfekt passt er zu französischem Hartkäse.

  • Cabernet Sauvignon

    Weltweit geniesst die Cabernet-Sauvignon-Rebsorte hohes Ansehen und gilt vielen Weinkennern als die beste für Rotweine. Nicht umsonst hat sie den Status „Cépages nobles“ inne, womit sie sich in die edelsten Traubensorten einreihen darf. Durch die in den Kernen enthaltenen Phenole eignet sich die Sorte sowohl für den Barrique-Ausbau als auch für eine lange Flaschenlagerung hervorragend. Hervorragend eignet sich ein Cabernet Sauvignon daher auch für den Barrique-Ausbau. Im Fass gewinnt er an Komplexität. Die Sekundäraromen entfalten sich weiter. Durch die Verbindung mit Eichenholzaroma gewinnen sie an Geschmeidigkeit. Zudem macht der Ausbau die Weine langlebiger, sodass sie mitunter über Jahrzehnte zu einem exzellenten Tropfen heranreifen können. Cabernet Sauvignon macht sich wunderbar zu Lamm- und Rindfleischgerichten und zur Herstellung eines passenden Rotwein-Jus.

  • Cabernet Franc

    Meist dient die Rebsorte Cabernet franc als Verschnittpartner. Insbesondere die erstklassigen Bordeaux-Weine kommen nicht ohne sie aus. Wird sie jedoch sortenrein ausgebaut, ist sie je nach Anbaugebiet sehr schwer als eigenständige Sorte zu identifizieren. Aber auch sortenrein vinifiziert entfaltet sie ihre besonderen Geschmacksnoten. Das Bouquet erinnert an Himbeeren und Veilchen. Auch wenn man sie nicht mit der verwandten Edelrebe Cabernet Sauvignon auf dasselbe Podest stellen kann, hat sie dieser gegenüber sogar auch manche Vorteile. Sie fällt fruchtiger und milder aus. Weniger tanninbetont, nimmt sie sich am Gaumen weicher aus. Kennt man die Rebsorte jedoch in vollmundigen und marmeladigen Weinen, wird man Schwierigkeiten haben, einen würzigen, dezenten Wein als Cabernet franc zu erkennen. Je reifer das Traubengut bei der Lese, desto höher ist der Anteil im Cuvée.

  • Syrah

    Beinahe wäre der Anbau dieser reizvollen Sorte zum Erliegen gekommen. In den 50er-Jahren lag die Anbaufläche der Syrah in Frankreich bei weniger als 2'000 Hektar. Heute gibt es weltweit Rebflächen von etwa 180'000 Hektar und die Syrah gehört somit zu den am meisten angebauten Sorten. Die kraftvolle Sorte ergibt charaktervolle, geschmacksreiche Weine mit hohem Alkoholgehalt und viel Gerbstoff. Die Weinsorte Syrah ist tief dunkelrot und weist intensive Noten von schwarzem Pfeffer, Pflaumen, Schokolade und Leder auf – sowie ein charakteristisches Johannisbeer-Aroma. Gute Jahrgänge sind durchaus für eine lange Lagerung geeignet.

  • Sangiovese

    Vollmundig, tanninreich und eine präsente Säure: Dies sind die Grundeigenschaften eines Sangiovese-Weins. Auch das ausgeprägte Beerenaroma ist charakteristisch. Ohne diese rote Sorte gäbe es die italienischen Kultweine Chianti und Super-Toskaner nicht. Genaue Bestimmungen und strenge Kontrollen sichern den hohen Anteil der Traube in Prädikatsweinen von Weltrang. Besonders gelungen ist der Verschnitt mit Cabernet Sauvignon. Sangiovese ist ein wichtiger Bestandteil des klassischen Chiantis. Unverschnitten findet man ihn im Brunello, wo die Varianten Sangiovese grosso und Sangiovese piccolo konzentrierte Weine ergeben. Piccolo bringt unter Ertragsbegrenzung meist die besten Weine hervor. Der niedrige Ertrag ist eine Voraussetzung für Konzentration, Geschmack und Duft des Weins.Da die Sangiovese-Rebsorte stark zu Mutationen neigt, entwickelten sich im Laufe ihrer langen Anbaugeschichte zahlreiche Klone. Diese Variationen bauen die italienischen Winzer unter verschiedenen Bezeichnungen an. Sie verleihen dem Wein einen regionalen Charakter. Darunter befinden sich zahlreiche DOCG-Weine. Zur höchsten Qualitätsstufe gehören unter anderem Vino Nobile di Montepulciano, Carmignano und Morellino di Scansano.

  • Tempranillo

    Die geografische Verbreitung der Rebsorte Tempranillo ist begrenzt. Man findet sie hauptsächlich in Spanien. Auch in Portugal ist die Sorte anzutreffen, vor allem in den Gebieten des Alentejo und als Portweintraube im Douro-Tal. Dort ist Tempranillo jedoch eher als Tinta Roriz und Aragonez bekannt. Zunehmend wird die Rebsorte auch in Australien, den USA und Südafrika angebaut. Tempranillo-Beeren sind recht dickschalig, ergeben im Wein viel Tannin und Gerbstoffe und besitzen dadurch Lagerpotenzial. Wird eine noch längere Lagerzeit gewünscht, wird Tempranillo mit Garnacha und Mazuelo verschnitten. Mit dem Alter werden die präsenten Tannine samtig. Die Beeren haben grundsätzlich wenig Säure und reifen früh – eben «temprano», was auf Spanisch «früh» heisst. Trotz der geringen Säure sind sie lebendig und frisch, leicht und elegant. Ist die Rebsorte hohen Temperaturen ausgesetzt, ergibt sie relativ flache Weine. Tempranillo wird selten sortenrein ausgebaut, sondern meist mit anderen Rebsorten verschnitten. Sortenreiner Wein aus Tempranillo wird vor allem in Ribera del Duero in Spanien hergestellt und wird dort sehr kraftvoll.

  • Garnacha

    Die Grenache ist die am vierthäufigsten angebaute Rebsorte der Welt. Ihr Ursprung liegt wahrscheinlich in Aragón, von wo sie sich in die Rioja und nach Navarra ausdehnte. In Spanien und Frankreich befinden sich die meisten Anbauflächen. Die Trauben der Grenache sind arm an Tanninen und bringen vollmundige und würzige Weine mit hohem Zuckergehalt hervor. Die Sorte ist in Spanien und im französischen Midi weitverbreitet. Einer der besten Roséweine aus der Rebsorte Grenache, der Tavel, stammt aus dem Süden der Côtes du Rhône. In Châteauneuf-du-Pape, wo Grenache die wichtigste Rebsorte darstellt, wird sie mit einem Anteil von 90 Prozent zu konzentrierten Rotweinen ausgebaut. In Banyuls ergibt sie unverschnitten die gleichnamigen portweinähnlichen, angereicherten Weine. Der hohe Zuckergehalt in den spanischen Grenache-Weinen führt zu Konzentration und Stabilität, nicht immer aber zu Eleganz. In der Rioja dominiert sie den Anbau und wird wegen ihrer wenigen Tannine als Ausgleich häufig mit Tempranillo verschnitten. Auf Sardinien heisst die Traube Cannonau und ergibt kräftige Weine.

  • Pinot Noir

    «König der Rotweine» werden Erzeugnisse aus dieser klein- bis mittelbeerigen Rebe genannt. Pinot noir gehört zu den Cépages nobles und stellt damit eine der edelsten Trauben der Welt dar. Sie ist die Haupt-Rebsorte für roten Burgunder und bildet die Grundkomponente für Champagner. In Bezug auf ihre Lage ist sie sehr wählerisch. Die aus der Pinot-noir-Rebsorte gekelterten Rotweine brauchen eine lange Reifezeit und entfalten erst dann ihr geschätztes Bouquet. Ihre dunkelblauen Trauben weisen eine zapfenförmige und dichtbeerige Form auf – ein Umstand der ihnen möglicherweise den Namen einbrachte. Denn das Wort «Pinot» ist vermutlich dem französischen Wort «pin» für Kiefer entlehnt. Im Glas eingeschenkt, erscheint der edle Tropfen entweder in einem dunklen Blaubeerton oder einem flammenden Rubinrot. Güte und Geschmack eines Pinot-noir-Weins hängen stark vom Terroir ab. Generell schmeckt ein Pinot noir fruchtig. Diese Fruchtigkeit kann subtil ausfallen oder stärker ausgeprägt sein. Vollmundig und geschmeidig sind weitere typische Attribute. Viele weisen Aromen von Beeren, Kirschen oder Feigen auf. Bei entsprechender Reife wird der vielschichtige Charakter um Nuancen von Mandel-, Kräuter- oder Holzaromen ergänzt. Gern bauen Winzer einen Pinot noir als Barrique aus. Als Speisebegleiter macht sich der fruchtbetonte körperreiche Wein zu hellem Geflügel, Meeresfrüchten sowie zu dunklem Fleisch wie Rinderbraten und Wild ganz vorzüglich.

  • Petite Verdot

    Die Rebsorte Petit Verdot ergibt gerbstoffreiche, würzige Weine mit Veilchen- und Fruchtaromen. Den Namen «kleiner Grünling» verdankt die Traube ihrem beachtlichen Säuregehalt sowie den dicken Schalen, die für viel Tannin sorgen. Aufgrund ihres langen Vegetationszyklus‘ lässt sie sich mit der Reifung viel Zeit. Wird sie zu früh geerntet, ist sie weniger bekömmlich. Geschmacklich überwiegen bei der Petit Verdot die Aromen schwarzer Beeren. Gute Jahrgänge überzeugen durch ausgeprägte Würzigkeit, Nuancen von Muskat und schwarzem Pfeffer verfeinern den Geschmack. Reifen die Trauben der Weinsorte Petit Verdot in wärmeren Gegenden, fallen die Tannine weicher aus und die Tropfen sind insgesamt gehaltvoller. Sowohl in der Flasche als auch im Weinglas betört Petit Verdot durch einen kräftigen, dunklen Rotton. Neben einem hohen Tannin- und Säuregehalt ist ein hoher Alkoholgehalt für den Wein charakteristisch. Ein Petit-Verdot-Wein hat ein sehr gutes Lagerpotenzial, da er aufgrund der hohen Gerbstoff- und Säurekonzentration lange haltbar ist. Wird er sachgerecht im Weinkeller gelagert, reift er mitunter viele Jahre. Die Petit-Verdot-Rebsorte ergibt sortenreine Erzeugnisse, oft wird sie auch für Cuvées verwendet. Ein Cuvée mit Petit Verdot fällt in jedem Fall kräftiger aus. Die Traube bereichert den Sortenmix mit ihrem hohen Tannin- und Säuregehalt. In der klassischen Bordelais-Assemblage passt sie ausgezeichnet zu den übrigen Bordeaux-Rebsorten Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, denen sie eine grössere Komplexität verleiht.

  • Nebbiolo

    Die edle, aber zartbesaitete Nebbiolo ist eine Rebsorte, die in der italienischen Weinbauregion Piemont Rotweine wie Barolo, Barbaresco oder Gattinara ergibt. Die langsam reifende Nebbiolo ist empfindlich gegen Spätfrost und wird an steilen Süd- und Südwesthängen rund um die Stadt Alba angebaut. Die Weine der Rebsorte Nebbiolo variieren von fruchtigen, femininen und leichten Aromen bis hin zu herben, sehr straffen und etwas bitteren Noten. In der Jugend sind sie dunkel und tanninreich und besitzen eine kräftige Säure. Mit dem Alter reifen sie zu komplexen, aromatischen Weinen heran. Nebbiolo-Weine erinnern an Trüffel, Wild, verwelktes Laub und Pflaumen. Ein typisches Beispiel ist der Nebbiolo d’Alba, er ist der Ursprungstyp des Barolo. Er wird in der Lombardei unter dem Namen Chiavennasca vermarktet und oft mit Sorten wie Merlot und Cabernet Franc verschnitten. Nebbiolo d’Alba ist elegant und rassig, jedoch gut zugänglich und nicht so tanninreich wie der Barolo. Barolo und Barbaresco zeichnen sich durch einen kräftigen, tanninbetonten Geschmack aus.Im DOC-Gebiet Valtellina Superiore gibt es die bekannten Weine Sassella und Inferno, die beide zu 100 Prozent aus der Rebsorte Nebbiolo ausgebaut werden. Die Weinherstellung ist auf maximale Farb- und Gerbstoffausbeute ausgerichtet und erfolgt meist in grossen Tanks oder Holzfässern bei hohen Temperaturen. Die Gärung kann bis zu zwei Wochen dauern, damit die grösstmögliche Farb- und Gerbstoffausbeute erreicht wird.

  • Malbec

    Früher war Malbec in Bordeaux, heute in Südwestfrankreich und Argentinien verbreitet: Malbec existiert unter zahlreichen Synonymen wie Côt, Auxerrois oder Pressac, was daran liegt, dass die Sorte an so vielen verschiedenen Orten angebaut wurde: Jede Region hatte ihren eignen Namen für die Malbec-Rebsorte. Inzwischen sind die Malbec-Weine grösstenteils vom Merlot verdrängt worden – heutzutage gibt es in Bordeaux nur noch sehr wenige Betriebe, die Malbec anbauen und zu Mischweinen verarbeiten. Wein aus Malbec-Trauben wird darüber hinaus noch in Chile, Spanien, den USA sowie Teilen der Schweiz produziert. Zunächst überzeugen Malbec-Weine durch ihre Farbe: Das tiefe Schwarz-Violett ist ein wahrer Augenschmaus. Darüber hinaus ist Malbec-Wein für seine fruchtige Würze bekannt. Oft wird der Geschmack mit Pflaumen und Tabak assoziiert. Doch auch Noten von Kirschen, Blaubeeren und Wacholder können beim Genuss von Malbec herausgeschmeckt werden.

  • Barbera

    Der Ursprung der Barbera wird im Piemont vermutet, nachgewiesen wurde er bisher jedoch nicht. Es besteht keine genetische Verwandtschaft mit den Rebsorten Barbera Bianca und Barbera del Sannio. Zwei Synonyme sind hingegen Barbera di Piemonte und Barbera Nera. Die Barbera ist im Piemont die am häufigsten angebaute Rebsorte. Auch in anderen Regionen wie der Lombardei und Emilia-Romagna wird sie angebaut. Weitere Anbauflächen gibt es in Slowenien, Griechenland und Israel sowie in Übersee, beispielsweise in Kalifornien und Argentinien. Die Barbera reift relativ spät, ist ertragreich und bringt eine kräftige Säure und wenig Gerbstoffe hervor. Je nach Terroir ergibt die Barbera entweder fruchtige, tanninarme Weine mit hohem Säuregehalt oder konzentrierte, kraftvolle Weine mit Würze. Die Weine der Barbera sind rubinrot und haben ein angenehmes Aroma nach Pflaumen und Kirschen. Sortenrein wird die Barbera nahezu ausschliesslich im Piemont, in der Lombardei und in der Emilia-Romagna verarbeitet. Ansonsten ist sie häufig Verschnittpartner für andere Weine.

  • Montepulciano

    Beim Montepulciano handelt es sich um eine alte Rebsorte. Wegen der Namensgleichheit wird sie oft mit dem Vino Nobile di Montepulciano verwechselt, der aber aus Sangiovese gekeltert wird. Die Rebsorte Montepulciano ist in Mittelitalien verbreitet und wird in den Abruzzen zum bekannten Rotwein Montepulciano d’Abruzzo verarbeitet. Doch auch in Umbrien und Apulien werden Weine aus Montepulciano gewonnen. In den Marken werden der Rosso Conero und der Rosso Piceno aus dieser Rebe erzeugt. Montepulciano bringt dunkle, vollmundige und extraktreiche Weine hervor, die meist trocken ausgebaut werden. Montepulciano-Weine zeichnen sich darüber hinaus durch eine samtige Textur, einen vollen Körper und den Geschmack nach Beeren, Kirschen und kräftigen Gewürzen aus – zudem lassen sich Pflaumen und Tabak herausschmecken. Stimmt die Qualität, sind die Weine aus der Montepulciano-Traube ausgewogen und fein gewürzt.

  • Graciano

    Die Heimat des Graciano ist eindeutig Spanien. Vor der Reblauskatastrophe wurde er im Ebrotal hoch geschätzt, war danach aber fast vom Aussterben bedroht. Im Zuge der Klassifizierung des Rioja-Gebiets im Jahr 1991 gewann er erneut an Anerkennung. Aus dem Graciano hergestellte Weine sind dunkelfarbig, gerbstoff- und extraktreich und besitzen eine markante Säure. Er dient als Verschnittpartner in Rioja-Weinen, wird in kleinen Mengen aber auch sortenrein vinifiziert.

  • Canaiolo

    Die Beeren weisen eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis auf. Aufgrund dessen wurden sie gern für die Governo-Methode eingesetzt. Dabei werden die Trauben vor der Pressung auf Strohmatten angetrocknet.Weit verbreitete Rebsorte im Chianti. Die Trauben wurden früher zur Herstellung von süssen Traubenkonzentraten verwendet. Canaiolo-Weine haben viel Farbe und meist einen hohen Zuckergehalt.

  • Colorino

    Die rote Rebsorte Colorino stammt aus Mittelitalien und ist dort vor allem in der Toskana, aber auch in Umbrien verbreitet. Schon seit langer Zeit wird die dickschalige, rotfleischige Colorino-Rebe in kleinen Anteilen für die toskanischen Weinklassiker aus den Anbaugebieten Chianti und Vino Nobile di Montepulciano genutzt. Colorino-Trauben reifen spät und bringen aufgrund der dicken Schale sowie des dunklen Fruchtfleisches tiefrote Weine hervor. Daher dient die tanninreiche Rebsorte – wie ihr Name Colorino bereits andeutet – in erster Linie als Farbverstärker für Sangiovese und wird nicht reinsortig ausgebaut. In der Regel werden Weine mit Colorino-Anteil jung getrunken, die besten Exemplare werden aber häufig im Holzfass ausgebaut und können auch einige Jahre reifen. Mit ihrer würzigen Frucht, ihrer markanten Säure und ihrer typischen Tanninstruktur passen diese Weine hervorragend zu Schweinefilet, Kalbskotelett oder Gulasch.

  • Mencia

    Die Rebsorte Mencía ist eine autochthone Sorte und wird hauptsächlich im Nordwesten Spaniens angebaut. Aber auch in Portugal nimmt sie in den Regionen Dão und Douro circa 2 500 Hektar Rebfläche ein. Autochthon bedeutet so viel wie «in der Heimat verwurzelt» oder «am Heimatort geblieben»: Die Mencía-Rebsorte wird bis heute traditionell in dem Gebiet angebaut, wo sie einst entstand. Der Ursprung dieser Rebe liegt in der spanischen Region Bierzo, dort ist Mencía die Hauptrebsorte. Rotweine aus dieser Rebsorte haben einen raffinierten Geschmack: Das duftende Bouquet wird von einem intensiven, fruchtigen Aroma mit würziger Note komplettiert. Bekannt sind Mencía-Weine auch für ihre sanften Himbeer- und Johannisbeer-Noten. Deswegen werden Weine aus der Rebsorte Mencía auch oft mit dem Cabernet Franc verglichen. Der besondere Charakter und Geschmack eines Mencía-Weines ist unter anderem durch den Anbau im spanischen Bierzo zu erklären: Dort herrscht ein relativ kühles Kleinklima. Eine wichtige Rolle spielen ausserdem die dort vorhandenen Schieferböden, die der Rebsorte einen besonderen Touch verleihen. Das Terroir spiegelt sich auf deutliche, aber dezente Weise im Geschmack der Weine wider. Weine aus der Mencía-Rebsorte haben darüber hinaus den grossen Vorteil, dass sie sehr jung getrunken werden können, aber trotzdem eine hohe Komplexität und Feinheit aufweisen. Die edlen Rotweine sind arm an Säure und Tanninen, aber dennoch hervorragend zum Ausbau in Barrique-Fässern geeignet. Mencía-Weine sind sanft und elegant und damit ideale Begleiter für typische spanische Speisen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Mencía-Wein zu einem Geflügel- oder anderen Fleischgericht, das mit vielerlei Gewürzen und frischen Kräutern verfeinert ist?

  • Mammolo

    Die Rotweinsorte Mammolo zählt zu den ganz alteingesessenen Rebsorten der Toskana und wird bereits um 1600 urkundlich erwähnt. Damals allerdings einerseits als Rotweintraube, andererseits auch als Weißweintraube. Ob es sich hier um eine Verwechslung handelt, oder aber ob die Weißweinsorte verschwunden ist, konnte bis heute nicht geklärt werden. In der Toskana existieren heute verschiedene Klone des Mammolo. Auch auf der Insel Korsika spielt er eine wichtige Rolle, wobei aller Wahrscheinlichkeit nach der Weg des Mammolo von der Toskana nach Korsika führte. Die wuchskräftige Sorte reift mittel bis spät aus. In der Toskana nimmt der Bestand dieser Sorte seit 1960 kontinuierlich ab, die wesentlichen Vorkommen beschränken sich auf Montepulciano, Siena, Arrezzo und Lucca. Zugelassen ist sie aber nach wie vor für bekannte und berühmte Weine wie Chianti, Vino Nobile di Montepulciano, Carmignano, Rosso die Montalcino, Pomino oder Morellino di Scansano. Reinsortig wird er hier nicht ausgebaut. Unter dem Namen Sciaccarello ist der Mammolo eine der wichtigsten Rebsorten der Insel Korsika, wo er Bestandteil von Rotweincuvées ebenso ist wie von Roséweinen. Fast 800 Hektar stehen hier unter Reben. Die Weine des Mammolo fallen farblich eher blass aus, verfügen aber über viel Frucht und eine schöne Säurestruktur sowie einen höheren Alkoholgehalt, Eigenschaften, die die Sorte gerade für Cuvées sehr attraktiv erscheinen lassen. Außerhalb der Toskana und Korsikas experimentieren Winzer in Australien mit Cuvées aus Nebbiolo und Mammolo.

  • Tinto Pais

    Diese Rebsorte wird oft als spanische Antwort auf den Cabernet Sauvignon bezeichnet. Tinto Fino ist die in Ribera del Duero gebräuchliche Bezeichnung für Tempranillo und zählt mit rund 180'000 Hektar Rebfläche auch zu den meistangebauten Rebsorten der Welt. Da Tinto Fino eher kühlere Klimazonen bevorzugt, wird er vor allem in den Regionen Rioja Alta und Rioja Alavesa kultiviert. Auch in anderen spanischen Regionen wie La Mancha und Penedès ist diese Rotwein-Rebsorte vertreten. Tinto Fino hat viele Namen, so wird die Sorte zum Beispiel als Tinto del País oder Cencibel bezeichnet.

    Neben Spanien ist Portugal ebenfalls eine wichtige Weinregion des Tinto Fino. Hier wird die Rebsorte wiederum als Tinta Roriz oder Aragonez bezeichnet und ist vor allem Bestandteil vieler Portweine.

    Hauptrebsorte der Rioja

    Da Tinto Fino als die Hauptrebsorte der Rioja gilt, wird ihr Ursprung auch hier vermutet. Allerdings ist die Herkunft von Tinto Fino unbekannt. Es gibt verschiedene Theorien der Experten zum Ursprung der Traubensorte. Beispielsweise wurde die Vermutung aufgestellt dass die Rotwein Rebsorte im 15. Jahrhundert von Frankreich über den Jakobsweg nach Spanien gelang. Möglicherweise stammt Tinto Fino aber auch von den Rotwein-Rebsorten Pinot Noir oder Cabernet Franc ab.

    Hinsichtlich des gebräuchlichen Namens Tempranillogibt es weniger Unklarheit. Tempranillo ist aus dem spanischen Wort „temprano“ entstanden, was übersetzt früh bedeutet. Tempranillo bedeutet demnach so viel wie „das Frühchen“ bzw. der „Kleine Frühe“. Diese Bezeichnung stammt aus einem Vergleich mit der Rotwein-Rebsorte Grenache, da der Tempranillo früher reift und seine Trauben kleiner sind.

    Neben seiner guten Reifefähigkeit sind typische Charakterzüge der Rebsorte Tinto Fino der geringe Säureanteil, sein Tanninreichtum und seine Haltbarkeit. Der Geschmack der aus ihn vinifizierten Rotweine kann je nach Region und Boden variieren. So überzeugen Tinto Fino Rotweine aus kühleren Gebieten eher mit beerigen Aromen, die an Johannisbeeren, Himbeeren, Kirschen oder sogar Erdbeeren erinnern. In wärmeren Klimazonen sind die Rotweine eher würzig. Diese Rebsorte kann sich sehr gut an verschiedene Klimazonen und Bodenvoraussetzungen anpassen. Doch die besten Tinto Fino Rotweine stammen aus Spanien. Rotweine die in anderen europäischen Ländern oder der neuen Welt gekeltert werden, kommen geschmacklich und qualitativ nicht an die spanischen Tinto Finos heran.

    In Rioja wird der Tinto Fino traditionell in alten Eichenfässern ausgebaut, wodurch er ein ganz eigenes Vanillearoma gewinnt. Aus dieser Tinto Fino Rebsorte entstehen einzigartige, kraftvolle sowie beerige Rotweine mit Leichtigkeit und Eleganz.

  • Ciliegiolo

    Italien und seine alten autochthonen Rebsorten. Das spannende, aber immer noch viel zu wenig Beachtung findende Rückgrat dieses uralten Weinlandes. 

    Ciliegiolo ist eine wenig bekannte rote Rebsorte, die in vielen Weinbauregionen Italiens vom Aosta-Tal bis nach Sizilien unter diversen Synonymen kultiviert wird. Sie wird allerdings nur selten reinsortig abgefüllt. In warmen Regionen und Jahrgängen neigt sie bei später Lese zu niedriger Säure, was sie ob ihrer intensiven Kirsch- und Beerenfrucht zum idealen Partner der säurebetonten Sangiovese in ihren heutigen Hautanbaugebieten Toskana, Maremma und Umbrien gemacht hat.

    Ihr Ursprung ist trotz aufwendiger DNA-Tests bis heute nicht bekannt. Erstmals erwähnt wird sie in Italien um 1600 als typische Rebsorte der Gegend um Florenz mit langer Traubenform, großen Beeren und akzentuierter Fruchtigkeit. Schon damals sagt man ihr nach, besonders gut auf warmen Böden in warmen Lagen zu gedeihen. Ihren Namen, der nichts anders als »kleine Kirsche« bedeutet, verdankt sie vermutlich tatsächlich ihrer ausgeprägten Frucht, die an reife Sauer- und Schwarzkirschen erinnert.

    Auf tiefgründigen, fruchtbaren Böden neigt Ciliegiolo zu Fäulnis. Sie wird deshalb heute vornehmlich auf trockenen, warmen Böden und Lagen angebaut. Erst seit 1990 gibt es reinsortige Abfüllungen. Deren Farben sind dunkel, intensiv und dicht. Sie weisen oft hohen Alkoholgehalt auf und wenn sie unmanipuliert auf Flasche kommen, wirken ihre herrlich unmodischen Gerbstoffe kraftvoll spröde im Mundgefühl, was sie ungewöhnlich trinkanimierend und lebendig macht. Je nach Erntezeitpunkt fällt die Säure weicher und milder oder frischer und akzentuierter aus. So erinnert reinsortiger Ciliegiolo in seiner fruchtig würzigen Expressivität an die südfranzösische Rebsorte Cinsault, die auch nur selten reinsortig abgefüllt wird und dann ähnlich spannend und intensiv nach dunklen Beeren und den Gewürzen des Maghreb duftet und schmeckt. In den zahlreichen Cuvées mit Sangiovese sorgt Ciliegiolo für warmen, dunkelbeerigen Duft und würzige, von dunkler Frucht unterlegte Gerbstoffstruktur, die so uritalienisch ausfällt, daß man sie kaum noch mit jenem immer banaler werdenden Rotwein-Klischee verwechseln kann, das sich heute Chianti schimpft – von wenigen grandiosen Ausnahmen abgesehen. 

  • Alicante

    Die rote Rebsorte Alicante, auch bekannt als Alicante Bouschet, ist eine traditionelle Rebsorte die im Jahr 1855 vom Rebenzüchter Henri Bouschet aus Grenache und Petit Bouschet gekreuzt wurde. Die Weinrebe Petit Bouschet wurde wiederum von Louis Bouschet, dem Vater von Henri Bouschet aus den Sorten Teinturier du Cher und Aramon gezüchtet. In Spanien findet man die Weinbeere unter dem Namen Garnacha Tintorera in den Anbaugebieten Alicante, Almansa, Bierzo und Terra Alta. Hauptsächlich wird sie auch in Südfrankreich, Portugal, Italien, Algerien und Kalifornien angebaut. Die Alicante-Traube bringt einen dunklen Farbton hervor und ist ein dankbarer Verschnitt-Partner. Obwohl sie nicht so bekannt ist wie einige andere spanische Sorten, wird sie immer häufiger von Winzern und Weinliebhabern entdeckt, die nach spannenden Weinen suchen.

  • Sangiovese Grosso

    Sangiovese Grosso ist die Bezeichnung einer lokalen, grossbeerigen Sangiovese-Variante, die für die berühmten toskanischen Rotweine Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano verwendet wird und in diesen Gebieten auch unter den Synonymen Brunello beziehungsweise Prugnolo Gentile bekannt ist. Abgesehen von ihrer unterschiedlichen Beerengrösse zeichnen sich Sangiovese Grosso wie auch Sangiovese durch die langsame und späte Reifung der Trauben aus, die in der Regel nicht sehr farbkräftige, dafür aber alkohol-, säure- und tanninreiche Rotweine mit Aromen von Kirschen, Veilchen, Pflaumen sowie Leder hervorbringen und bei entsprechendem Ausbau gutes Alterungspotential besitzen.

    Lange Zeit wurde die Rebsorte Sangiovese aufgrund verschiedener Beerengrössen in zwei vollkommen eigenständige Varianten eingeteilt: Während die Weine aus der Sorte Sangiovese Grosso als höherwertig galten, wurden die Weine aus Sangiovese Piccolo als einfacher eingestuft. Bereits im 19. Jahrhundert wurde durch eine Ampelografische Kommission allerdings die Sortengleichheit beider Varianten festgestellt. Und auch aktuelle Untersuchungen des DNA-Profils haben ergeben, dass die beiden Sangiovese-Varianten genetisch identisch sind. Insofern ergibt die generelle Unterteilung in zwei verschiedene Sorten nach dem heutigen Kenntnisstand keinen Sinn mehr, sodass sich in den toskanischen Produktionsregelments generell nur noch die Bezeichnung Sangiovese Verwendung findet.

    Dies bedeutet jedoch nicht, dass es hinsichtlich des Geschmacks und der Sortencharakteristik keine Unterschiede gibt, denn durch die grosse Anpassungsfähigkeit der Rebsorte an äussere Umstände wie Boden und Klima besitzt jede Sangiovese-Variante auch unterschiedliche Eigenschaften: Mittels neuere Versuchspflanzungen konnte das Wachstum grösserer Beeren beispielsweise auf die spezifischen Bedingungen in den Weinbergen rund um die berühmte Stadt Montalcino zurückgeführt werden. Sangiovese Grosso ist demnach eine grossbeerige Spielart der typisch toskanischen Rebsorte Sangiovese, die offensichtlich nur in bestimmten Terroirs gedeiht und besonders hochwertige Rotweine hervorbringt.

  • Mazuelo

    Mazuelo ist ein Synonym, unter dem die Cariñena-Traube in Navarra und der Rioja bekannt ist. Die Rotweine aus Mazuelo sind in der Farbe sehr kräftig, sie können im Glas fast schwarz erscheinen. Auch die Tannine sind recht hoch, der Alkoholgehalt der fertigen Weine jedoch eher niedrig. Mit ihren Aromen von roten Früchten und dezenten pflanzlichen Noten sorgt die Rebsorte aber auch für viel Lebendigkeit. Gerade in der Rioja wird Mazuelo gerne im Cuvée verwendet, um die Weine mit mehr Farbtiefe und einem kräftigeren Körper zu versorgen. Sie eignet sich hervorragend für den Ausbau im Barrique. In warmen Jahren mit langen Wachstumsphasen entstehen besonders kräftige und charaktervolle Weine. Da die Bestände in Spanien recht gering sind, gelten sortenreine Weine aus Mazuelo als echte Raritäten.

  • Maturana

    Maturana, auch Maturana Tinta genannt, ist das spanische Synonym für eine französische, sehr alte, rote Rebsorte. In Frankreich ist sie unter dem Namen Trousseau bekannt und wird in Jura angebaut. Weitere Synonyme sind z.B. Troussé, Bastardinho, Tinta Lisboa, Merenzao, Roibal oder Verdejo (Negro). Die krankheitsanfällige Sorte wird heutzutage nur noch in kleinen Mengen kultiviert und von Sorten wie Spätburgunder (Pinot Noir) oder Chardonnay verdrängt. Die Anbaufläche betrug 2007 in Frankreich lediglich 170 Hektar. In Spanien, Portugal, Moldawien, in der Ukraine und in den USA wird Maturana auch angebaut. Weltweit sind 3.431 Hektar mir der roten Rebsorte bestockt (Stand 2010).

    Rotwein von diesen Beeren ist besonders farbintensiv und säurearm. Charakteristisch ist die pfeffrige Note. Außerdem hat der Rotwein Aromen von roten Beeren, Schokolade und Tabak.

  • Galotta

    Die rote Rebsorte ist eine Neuzüchtung zwischen Ancellotta x Gamay; der Name wurde aus Anfangs- und Endsilbe der Eltern gebildet. Die Kreuzung erfolgte im Jahre 1981 an der Eidgenössischen Forschungsanstalt Changins bei Nyon (Waadt). Die mittel reifende Rebe ist widerstandsfähig gegen Botrytis. Sie erbringt dunkelfarbige, tanninreiche Rotweine, die als farbverstärkender Verschnitt verwendet werden. Die Sorte wird in den Schweizer Kantonen Genf, Waadt und Wallis angebaut. Im Jahre 2016 wurden 35 Hektar Rebfläche ausgewiesen.

  • Hondarrabi Beltza

    Diese rote Traubensorte wird vorwiegend im Baskenland kultiviert. Die neusten DNA-Tests bestätigen eine Verwandtschaft mit der alten französischen Traubensorte Cabernet Franc. Wie bei dieser führen zu hohe Erträge oder mangelnde Reife zu scharfen, kräuterhaften Aromen im Wein. Hondarribi Beltza wird daher häufig mit anderen roten Traubensorten wie Grenache Noir, Carignan oder Merlot verschnitten.